SolidWorks Preis: Was die Lizenzen 2026 wirklich kosten

SolidWorks ist der Platzhirsch im 3D-Maschinenbau-CAD, aber die Preisstruktur von Dassault Systèmes ist ein Dickicht aus Kauflizenzen, Abos, Wartungsverträgen und der 3DEXPERIENCE-Plattform. Hier ist die Übersicht, die wir selbst gern gehabt hätten: alle SolidWorks-Preise, ehrlich eingeordnet, inklusive der 48-Dollar-Lizenz für Privatnutzer, von der viele nicht wissen, dass es sie gibt.

Das Wichtigste in Kürze
  • SolidWorks Standard kostet als klassische Kauflizenz einen mittleren vierstelligen Betrag plus jährliche Wartung, Abo-Modelle starten deutlich darunter.
  • Professional und Premium ergänzen Datenverwaltung, Rendering und Simulation und kosten entsprechend mehr.
  • SolidWorks for Makers kostet nur 48 $ pro Jahr, für Privatnutzer mit unter 2.000 $ Jahresumsatz.
  • Studierende bekommen SolidWorks über ihre Hochschule meist kostenlos.

Die drei klassischen SolidWorks-Versionen

SolidWorks Desktop gibt es in drei Ausbaustufen, jede als Kauflizenz mit Wartungsvertrag oder als Abo über die 3DEXPERIENCE-Plattform:

SolidWorks Preise in der Übersicht

Dassault veröffentlicht keine verbindliche Preisliste, verkauft wird über Reseller wie Bechtle PLM oder Visiativ. Die marktüblichen Größenordnungen (Stand Juli 2026, netto, je nach Händler und Land verschieden):

LizenzModellGrößenordnung Preis
SolidWorks StandardKauflizenz einmaligca. 6.000–7.000 €
SolidWorks ProfessionalKauflizenz einmaligca. 8.000–9.000 €
SolidWorks PremiumKauflizenz einmaligca. 11.000–12.500 €
Wartung (Subscription Service)pro Jahr, alle Versionenca. 1.400–2.300 €
3DEXPERIENCE SolidWorks StandardAbo pro Jahrca. 2.000–3.000 €
SolidWorks for MakersAbo pro Jahr48 $
SolidWorks Studentüber Hochschulemeist kostenlos

Wichtig bei der Kauflizenz: Ohne aktiven Wartungsvertrag gibt es keine neuen Versionen und keinen Support, real rechnet also auch die „Einmal-Lizenz" mit laufenden Jahreskosten. Genaue Angebote holst du dir bei den Resellern, die Preise oben dienen der Orientierung.

SolidWorks for Makers: Profi-CAD für 48 $ im Jahr

Das am meisten unterschätzte Angebot im Portfolio: SolidWorks for Makers bringt die vollwertige 3D-Konstruktion für Privatnutzer, für 48 $ pro Jahr. Bedingungen: keine kommerzielle Nutzung über 2.000 $ Jahresumsatz, die Dateien tragen ein digitales Wasserzeichen und lassen sich nicht in kommerziellen SolidWorks-Versionen öffnen. Dazu gibt es cloudbasierte Zusatz-Tools und 25 GB Speicher auf der 3DEXPERIENCE-Plattform. Für Hobby-Konstrukteure, die SolidWorks aus dem Job kennen, ist das die günstigste Art, zuhause weiterzuarbeiten.

Studierende und Bildung

Für Schüler, Studierende und Lehrkräfte gibt es SolidWorks-Bildungslizenzen, die meisten Hochschulen mit Ingenieurstudiengängen stellen sie kostenlos bereit, alternativ existiert eine günstige Student-Edition. Wichtig: Auch hier sind die Dateien markiert und kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen.

Kauflizenz oder 3DEXPERIENCE-Abo: Was rechnet sich?

Dassault schiebt Neukunden sanft Richtung 3DEXPERIENCE-Plattform: SolidWorks im Abo, ergänzt um Cloud-Speicher, Datenverwaltung und Collaboration-Werkzeuge. Die Rechnung ist einfach: Das Abo (grob 2.000 bis 3.000 € pro Jahr für die Standard-Stufe) kostet über fünf Jahre ungefähr so viel wie Kauflizenz plus Wartung, bindet aber kein Kapital und skaliert flexibler. Die klassische Kauflizenz lohnt sich vor allem für Büros, die Versionen lange fahren und volle Kontrolle über ihre Installationen wollen. Wichtig fürs Budget: Reseller wie Bechtle PLM oder Visiativ haben Verhandlungsspielraum, gerade bei mehreren Arbeitsplätzen und zum Quartalsende.

Versteckte Kosten, die gern vergessen werden

Der Lizenzpreis ist nur der Anfang. Realistisch kalkulierst du zusätzlich: die jährliche Wartung (ohne sie keine Updates und kein Support), leistungsfähige Workstation-Hardware mit zertifizierter Grafikkarte, Schulungen für neue Mitarbeiter (mehrere hundert Euro pro Kurs) und gegebenenfalls Zusatzmodule wie Simulation Professional oder PDM-Server. Ein einzelner Professional-Arbeitsplatz kostet über fünf Jahre gerechnet schnell 15.000 bis 20.000 €, das ist die Zahl, mit der du Alternativen vergleichen solltest.

Lohnt sich der Preis, oder reicht eine Alternative?

Die ehrliche Antwort hängt vom Einsatz ab. Wer im Team mit Kunden und Lieferanten SolidWorks-Dateien austauscht, kommt am Original kaum vorbei, das Format ist im Maschinenbau der De-facto-Standard. Wer dagegen für sich konstruiert, sollte vor dem Kauf drei Alternativen prüfen: SolidWorks for Makers (48 $/Jahr, privat), Fusion (für Privatanwender kostenlos) und FreeCAD (Open Source, seit Version 1.0 auch für anspruchsvolle Konstruktion tauglich). Unser Vergleich der kostenlosen CAD-Programme zeigt, wie weit man heute ohne Budget kommt.

Häufige Fragen zum SolidWorks Preis

Was kostet SolidWorks einmalig?

Die Kauflizenz von SolidWorks Standard liegt marktüblich bei etwa 6.000 bis 7.000 € netto, Professional bei 8.000 bis 9.000 €, Premium über 11.000 €. Dazu kommt praktisch immer der jährliche Wartungsvertrag.

Gibt es SolidWorks im Abo?

Ja, über die 3DEXPERIENCE-Plattform ab grob 2.000 bis 3.000 € pro Jahr für die Standard-Stufe. Das lohnt sich für Einsteiger und Projekte mit unklarer Laufzeit.

Was ist die günstigste Art, SolidWorks zu nutzen?

Privat: SolidWorks for Makers für 48 $ pro Jahr. Studierende: die Bildungslizenz über die Hochschule, meist kostenlos. Kommerziell führt kein Weg an Standard-Lizenz oder Abo vorbei.

Kann ich Maker-Dateien später kommerziell verwenden?

Nein. Dateien aus der Maker-Version sind mit einem Wasserzeichen versehen und lassen sich in kommerziellen SolidWorks-Installationen nicht öffnen. Für den Wechsel auf kommerzielle Arbeit musst du Modelle neu aufbauen oder über neutrale Formate (STEP) übertragen.

Gibt es eine kostenlose SolidWorks-Version?

Nur für Studierende über Bildungseinrichtungen. Alle anderen greifen zu kostenlosen Alternativen wie FreeCAD oder Fusion for Personal Use.

Über den Autor: Tobias Friedrich ist Herausgeber von CADSoft.de, der Domain, auf der EAGLE von 1996 bis 2016 zuhause war.