EAGLE Alternative 2026: So geht es nach dem Aus weiter
Am 7. Juni 2026 hat Autodesk die Lizenzserver von EAGLE endgültig abgeschaltet. Seitdem startet die PCB-Software nicht mehr, auch nicht mit einem aktiven Abo. Die gute Nachricht: Deine Schaltpläne und Layout-Dateien sind nicht verloren, und es gibt heute EAGLE Alternativen, die dem Original in fast allen Punkten überlegen sind. Dieser Guide zeigt dir, welche Alternative zu deinem PCB-Design-Workflow passt und wie der Umstieg konkret abläuft.
- EAGLE läuft seit dem 7. Juni 2026 nicht mehr, die Lizenzserver sind offline (offizielle Autodesk-FAQ).
- Deine Dateien (.sch, .brd, .lbr) bleiben lesbar. KiCad und Fusion importieren sie direkt.
- Die beste kostenlose EAGLE Alternative ist KiCad: Open Source, ohne Cloud-Zwang, ohne Limits.
- Der offizielle Weg von Autodesk heißt Fusion Electronics, für Privatnutzer gratis.
Warum EAGLE nicht mehr läuft
EAGLE CAD wurde ab 1988 von der CadSoft Computer GmbH entwickelt und war jahrzehntelang die meistgenutzte PCB-Design-Software in Europa, gerade bei Makern, Studierenden und kleinen Entwicklungsabteilungen. Nach der Übernahme durch Autodesk im Jahr 2016 folgte 2017 der Wechsel auf ein Subscription-Modell, 2020 die Integration in Fusion 360. Im Juni 2023 kündigte der Konzern dann das Support-Ende an: Seit dem 7. Juni 2026 wird EAGLE nicht mehr verkauft und nicht mehr unterstützt.
Entscheidend für dich: Die Software prüft ihre Lizenz online. Weil diese Server abgeschaltet sind, startet EAGLE gar nicht mehr. Es gibt keinen Offline-Modus und keine Möglichkeit, eine alte Version dauerhaft weiterzubetreiben. Wer jetzt noch aktive Projekte im EAGLE-Format hat, braucht ein Tool, das diese Dateien öffnet.
Erste Hilfe: So rettest du deine EAGLE-Projekte
Bevor du dich für eine Alternative entscheidest, sichere deinen Bestand. Das dauert eine halbe Stunde und erspart dir später Ärger:
- Projektdateien archivieren: Sammle alle .sch- (Schaltplan), .brd- (Layout) und .lbr-Dateien (Bibliotheken) an einem Ort und lege ein Backup an. Seit EAGLE 6 (2012) sind das XML-Dateien, die jeder Importer lesen kann.
- Fertigungsdaten prüfen: Bereits erzeugte Gerber-Dateien, Bohrdaten und BOM-Listen laufen nicht ab. Dein Leiterplatten-Hersteller kann damit weiter fertigen, ganz ohne EAGLE.
- Bibliotheken nicht vergessen: Eigene Bauteil-Bibliotheken stecken oft in separaten .lbr-Dateien. Auch sie lassen sich übernehmen.
Erst danach lohnt sich der Blick auf die Nachfolger.
KiCad: Die beste kostenlose EAGLE Alternative
Für die meisten Umsteiger ist KiCad heute die erste Wahl. Die Open-Source-Software hat sich seit Version 6 enorm entwickelt und spielt funktional in der Liga kommerzieller EDA-Tools: Schaltplan-Editor, PCB-Editor mit bis zu 32 Kupferlagen, 3D-Ansicht, interaktiver Router und ein riesiges Bibliotheks-Ökosystem.
- Direkter EAGLE-Import: Der Importer öffnet .sch- und .brd-Dateien direkt und wandelt sie in eigene Projekte um. Auch die alten Bibliotheken lassen sich übernehmen.
- Wirklich kostenlos: Es handelt sich um freie Software (GPL). Es gibt keine Testphase, keine Cloud-Pflicht, keine Flächen- oder Lagen-Limits, auch bei kommerzieller Nutzung.
- Zukunftssicher: Das Projekt wird von einer großen Community und namhaften Sponsoren wie dem CERN getragen. Ein zweites EAGLE-Szenario, bei dem ein Konzern den Stecker zieht, ist praktisch ausgeschlossen.
- Aktive Entwicklung: Die jährlichen Major-Releases (zuletzt Version 9 und 10) brachten unter anderem verbesserte Router-Funktionen, Design-Blöcke und viele Detailverbesserungen im PCB-Editor.
Der Umstieg kostet dich vor allem etwas Eingewöhnung: Tastenkürzel, Bedienlogik und der Umgang mit Footprints unterscheiden sich vom alten EAGLE-Workflow. Plane für die ersten Projekte einen Nachmittag Lernkurve ein.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Unser KiCad-Migrationsguide führt dich durch Import, Bibliotheken und typische Stolperfallen.
Zum KiCad-MigrationsguideFusion Electronics: Der offizielle Weg von Autodesk
Autodesk selbst empfiehlt den Wechsel in den Electronics-Workspace von Fusion (früher Fusion 360). Das ist der Weg des geringsten Widerstands: EAGLE-Dateien werden ohne Konvertierung geöffnet, Design-Regeln und Bibliotheken übernommen, und wer aus der EAGLE-Welt kommt, erkennt viele Konzepte wieder.
- Nahtloser Import: Projekte und Bibliotheken sind vollständig kompatibel, das PCB-Layout bleibt erhalten.
- ECAD trifft MCAD: Schaltplan, Board und 3D-Mechanik leben in einer Umgebung. Wer Gehäuse und Platine zusammen entwickelt, spart sich den Export-Import-Zirkus.
- Kostenlos für Privatnutzer: Fusion for Personal Use erlaubt 2 Schaltplan-Blätter, 2 Signallagen und 80 cm² Platinenfläche, das entspricht in etwa den alten EAGLE-Free-Limits.
Die Kehrseite: Die Projektverwaltung läuft Cloud-gebunden über Autodesk-Konten, und für kommerzielle Nutzung fällt ein Jahresabo an. Wer nach der EAGLE-Erfahrung kein zweites Mal von den Produktentscheidungen eines Konzerns abhängen will, sollte das einkalkulieren. Details im Fusion-Migrationsguide.
Weitere EAGLE Alternativen im Überblick
Neben den beiden großen Wegen gibt es weitere PCB-Software, die EAGLE-Dateien importiert oder sich als Neuanfang eignet:
| Software | Kosten | EAGLE-Import | Für wen? |
|---|---|---|---|
| KiCad | kostenlos (Open Source) | ja (.sch, .brd, .lbr) | Maker, Profis, alle ohne Cloud-Bedarf |
| Fusion Electronics | gratis für Privatnutzer, sonst Abo | ja, nativ | Umsteiger, ECAD+MCAD-Nutzer |
| TARGET 3001! | Freeware-Version, Kaufversionen | ja, mit Migrationstools | deutschsprachige Nutzer, Einsteiger |
| EasyEDA | kostenlos (Browser) | ja (Import-Funktion) | schnelle Prototypen mit JLCPCB-Anbindung |
| LibrePCB | kostenlos (Open Source) | ja | Fans schlanker Open-Source-Tools |
| DipTrace | Free-Version, Kauflizenzen | ja | Umsteiger mit Fokus auf einfache Bedienung |
| Altium Designer | Profi-Abo | ja | professionelle Entwicklungsabteilungen |
Erwähnenswert für den deutschsprachigen Raum ist TARGET 3001! vom deutschen Hersteller Ing.-Büro Friedrich: Das Programm öffnet EAGLE-Projekte, importiert die Bibliotheken und bietet Umsteigern 20 % Migrationsrabatt. Altium Designer ist die Profi-Referenz im PCB-Design, für Hobby-Budgets aber überdimensioniert. Den ausführlichen Vergleich aller Tools findest du in unserem großen EAGLE-Alternativen-Vergleich.
Welche EAGLE Alternative passt zu dir?
Unsere Empfehlung nach über 20 Jahren EAGLE-Geschichte auf dieser Domain fällt eindeutig aus:
- Du willst unabhängig bleiben und nichts bezahlen? Nimm KiCad. Es ist die vollständigste kostenlose EDA-Software und die sicherste Langfrist-Wette.
- Du entwickelst Platine und Gehäuse zusammen oder hängst an der gewohnten Bedienlogik? Dann ist Fusion Electronics der bequemste Umstieg.
- Du willst deutschen Support und deutsche Doku? Schau dir TARGET 3001! an.
- Du brauchst nur schnell eine Platine gefertigt? EasyEDA plus Direktanbindung an die Fertigung reicht für einfache Projekte.
Egal wie du dich entscheidest: Warte nicht. Jedes Projekt, das du jetzt importierst und einmal testweise als Gerber exportierst, ist dauerhaft gerettet.
Häufige Fragen zur EAGLE Alternative
Läuft EAGLE nach Juni 2026 noch?
Nein. Autodesk hat die Lizenzserver am 7. Juni 2026 abgeschaltet. Die Software prüft die Lizenz beim Start online und verweigert seitdem den Dienst, auch mit gültigem Abo.
Kann KiCad EAGLE-Dateien öffnen?
Ja. Der Import übernimmt Schaltpläne (.sch) und Board-Dateien (.brd) ab EAGLE-Version 6 direkt und konvertiert sie in eigene Projekte. Auch Bibliotheken (.lbr) lassen sich weiterverwenden.
Ist KiCad wirklich kostenlos?
Ja, vollständig. Es ist Open-Source-Software unter GPL-Lizenz, ohne Free-Limits, ohne Abo und ohne Cloud-Zwang, auch für kommerzielle Projekte.
Was kostet Fusion Electronics?
Für Privatnutzer ist Fusion for Personal Use kostenlos (mit Limits bei Blättern, Lagen und Platinenfläche). Kommerzielle Nutzer zahlen ein Jahresabo, aktuelle Preise findest du direkt bei Autodesk.
Sind meine EAGLE-Dateien jetzt wertlos?
Nein. Die Dateiformate sind XML-basiert und gut dokumentiert. KiCad, Fusion, TARGET 3001! und weitere Tools lesen sie auch ohne installiertes EAGLE.
Was sollte ich als Erstes tun?
Alle .sch-, .brd- und .lbr-Dateien sichern, dann ein Testprojekt importieren und einmal komplett bis zum Gerber-Export durchspielen. Danach weißt du, dass dein Bestand gerettet ist.