Die Guided Tour: Vom Schaltplan zur fertigen Platine

Wer über einen alten Link hier gelandet ist, erinnert sich vielleicht: Unter dieser Adresse führte die „Guided Tour" jahrelang durch die EAGLE-Software, Schaltplan-Editor, Layout-Editor, Autorouter, Station für Station. Wir legen die Tour neu auf, denn der Weg von der Idee zur Platine ist derselbe geblieben. Nur die Werkzeuge sind besser geworden, und kostenlos.

Die Tour in Kürze:

Station 1: Der Schaltplan

Am Anfang steht die Logik der Schaltung: Bauteile als Symbole, Verbindungen als Netze. In EAGLE hieß diese Station Schaltplan-Editor, und so sah sie aus:

Der Schaltplan-Editor von EAGLE, historischer Screenshot
Historischer Blick: der EAGLE-Schaltplan-Editor, wie ihn Generationen von Entwicklern kannten.

Heute übernimmt diese Rolle für die meisten der Schaltplan-Editor von KiCad: hierarchische Blätter für große Designs, elektrische Prüfung (ERC) und Bibliotheken mit tausenden Bauteilen. Wie du deinen ersten Schaltplan zeichnest, zeigt Schritt 2 unseres KiCad-Tutorials.

Station 2: Das Layout

Aus der Logik wird Geometrie: Bauteile platzieren, Leiterbahnen ziehen, Masseflächen füllen. Das war die Domäne des EAGLE-Layout-Editors:

Der Layout-Editor von EAGLE, historischer Screenshot
Der Layout-Editor mit dem markanten dunklen Arbeitsbereich, für viele jahrelang das tägliche Fenster zur Platine.

Der moderne Gegenpart ist der PCB-Editor von KiCad mit interaktivem Router, Echtzeit-Designregeln und 3D-Vorschau, Funktionen, von denen zu Zeiten des EAGLE-Autorouters nur zu träumen war. Wer noch alte .brd-Dateien besitzt: Der Import nach KiCad übernimmt Layouts samt Bibliotheken.

Station 3: Prüfen statt hoffen

Die unscheinbarste Station spart das meiste Geld: Design-Rule-Check (DRC) gegen die Regeln des Fertigers, Sichtprüfung im 3D-Viewer, Netzlisten-Abgleich zwischen Schaltplan und Layout. Moderne Werkzeuge haben diese Prüfungen fest eingebaut, was früher Erfahrungssache war, ist heute ein Klick vor dem Export.

Station 4: Fertigungsdaten und Bestellung

Am Ende der Tour stehen Gerber-Dateien und Bohrdaten, die Sprache, die jeder Leiterplatten-Hersteller versteht, damals wie heute. Neu ist, wie günstig die Fertigung geworden ist: Prototypen gibt es ab wenigen Euro, geliefert in Tagen statt Wochen. Welcher Fertiger zu welchem Projekt passt, klärt unser PCB-Hersteller-Vergleich, und was der Spaß insgesamt kostet, rechnet die Übersicht zu den PCB-Software-Kosten vor.

Die Tour zum Selbermachen

Der schönste Unterschied zu damals: Die komplette Tour ist heute kostenlos begehbar. Software herunterladen, Tutorial durcharbeiten, erste Platine bestellen, der Weg vom leeren Schaltplan zur gelieferten Leiterplatte dauert mit heutigen Werkzeugen ein Wochenende. Und wer wissen will, wie die Geschichte der Software ausging, die diese Tour erfunden hat: Die EAGLE-Chronik erzählt sie zu Ende.

Über den Autor: Tobias Friedrich ist Herausgeber von CADSoft.de, der Domain, auf der EAGLE von 1996 bis 2016 zuhause war.